Bleib in deiner Haltung –
stehend, sitzend oder liegend.
Spüre den Boden.
Spüre den Kontakt.
Spüre – nicht mit dem Kopf,
sondern mit dem Raum deines Körpers.
Grenzen beginnen zu schmelzen.
Nichts bewegt sich –
und doch: alles wird.
Kein Außen.
Kein Innen.
Nur ein Glühen zwischen den Rippen.
Ein Strom ohne Namen.
Vielleicht ist dein Körper eine Landkarte –
mit Narben,
mit Haltepunkten,
mit Wegen, die du vergessen hast.
Doch darunter –
ein Flügelschlag.
Keine Gedanken.
Nur Schwere,
die plötzlich Flügel heißt.
Du endest nicht,
wo deine Haut aufhört.
Du beginnst,
wo die Luft deine Gestalt streift.
Spüre das:
ein Hauch,
kalt wie Sternenlicht,
der Runen in dein Skelett schreibt.
Nicht fassen.
Nicht deuten.
Nur spüren.
Die Welt berührt zurück.
Nicht Ich.
Nicht Du.
Nur das Dazwischen –
ein Atemzug aus Seide und Sturm.
Du gehst nicht.
Doch es bewegt sich.
Du suchst nicht.
Doch etwas findet dich.
Vielleicht bist du überall,
wo dich der Wind findet.
Vielleicht ist das kein Zittern –
sondern Wurzeln,
die im Nichts schlagen.
Atme tief aus.
Und bleib.
Offen.
Kommentar zu Etappe 1 – Vorfühlen
Im Vorfühlen wird der Boden unter den Füßen nicht nur berührt, sondern antwortet – der Leib beginnt, seine eigenen Grenzen zu vergessen. Diese Etappe vertieft die Offenheit der Einübung und führt an den Rand des Gewohnten: Das Spüren wird flächig, zwischen Haut und Luft entsteht ein erstes, namenloses Feld. Noch ist keine Bewegung sichtbar, aber der Leib ist bereits auf dem Weg, sich selbst zu entwurzeln. Diese frühe Resonanz legt den Grund für das Zittern der nächsten Stufe.