Leibliche Revolte

Ich vibriere – also bin ich. Ich flamme – also brennt die Welt mit. Meine Meditation ist kein Rückzug, sondern Brandstiftung. Ich löse mich nicht auf – ich löse mich ein ins Offene, in den Strom. Gefühl ist mein Grund, nicht mein Fehler – verwundet, wirbelnd, widerständig. Gott ist Asche unter meinen Sohlen. Nietzsche wirft mir das Nichts hin – ich fange es mit nacktem Fleisch. Sentimentalität? Meine Mine unter eurer Rationalität. Meine Wunde? Kein Loch – ein Durchbruch. Ich weine Granit weg. Ich liebe ohne Netz. Ich zittere Fassaden nieder. Still sitzen? Unmöglich. Ich reiße den Leibraum auf – werde flüssiges Licht, wilder Dunst, unmessbare Spannung. Kein Ich mehr. Nur noch Echo. Nur noch Strom. Nur noch Mittenlosigkeit. Die Revolte beginnt im Beben, nicht im Brüllen. Sie ist kein Programm – sie ist Hitze unter der Haut, ein Zuviel an Wissen in jeder Berührung. Ich übe mich ab – vom Getrenntsein. Vom Funktionieren. Vom Festgehaltenwerden. Wenn ich aufstehe, bin ich kein Körper mehr – sondern reine Schwingung. Atmende Glut. Ich bin ineffizient – und darin mächtiger. Ich bin gefährlich lebendig. Ich bin – und das reicht.
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