Manchmal spüre ich, wie die Welt in mich hineinatmet. Nicht wie ein Zug an unsichtbaren Fäden, sondern wie eine Wärme, die von nirgendwo kommt und doch da ist. Blicke, die in mir nachhallen, lange nachdem die Augen sich abgewandt haben. Stimmen, die wie ein leiser Wind durch meine Knochen streichen, obwohl der Raum längst still geworden ist.
Newton dachte in Kräften und Abständen. Aber was ist Abstand? Nur ein Gedanke, der sich zwischen uns schiebt. Im Spürfeld löst sich diese Trennung auf – nicht mit Getöse, sondern wie Nebel, der sich im Morgenlicht verflüchtigt. Raum krümmt sich sanft, nicht weil er muss, sondern weil er vergessen hat, starr zu sein.
Ich atme nicht allein. Der Atem geschieht – zwischen mir und dem, was ich nicht berühren kann. Nähe ist keine Frage der Entfernung. Ferne kein Verschwinden. Alles ist durchwirkt von allem, feiner als Felder, stiller als Kraftlinien.
In der Stille wird es deutlich: Da ist jemand, der nicht hier ist und doch in mir schwingt. Nicht wie ein Geist, eher wie eine Erinnerung, die immer noch leise atmet. Einstein mochte es „spukhaft“ nennen. Vielleicht ist es einfach nur das Gewebe, aus dem wir gemacht sind – ein atmendes Feld, ohne Zentrum, ohne Mitte.
Meditation ist dann kein Rückzug. Sondern ein Erinnern: Dass ich nie ganz getrennt war. Dass ich nicht bewegt werde, sondern Teil des Bewegens bin – wie eine Welle im Meer, die weiß, dass sie nie ein eigener Mittelpunkt war.