Kein Pfeil. Kein Stoß.
Kein Anfang mit Getöse.
Nur ein Zögern – ein zitterndes Verbeugen
im Raumgewebe.
Ohne Befehl,
ohne Absicht,
ohne Einverständnis.
Licht schlängelt sich
durch atmende Membranen.
Ein Feld flüstert dem nächsten zu –
keine Ursache, keine Wirkung,
nur ein Aufglühen
im verschränkten Geflimmer.
Faradays Ahnung,
Maxwells Gesang:
kein Partikel,
kein Stoß,
nur Dazwischen.
Immer schon.
Ladungen fallen nicht –
sie bieten sich dar.
Ein kosmischer Hofstaat,
wo alles einander
grüßt,
indem es sich zeigt.
Raum faltet sich
aus Zärtlichkeit.
Sein ist Zustimmung.
Ich bin,
weil du mich willst –
nicht befehlst.
Weil du atmest,
und ich mitschwinge.
Kraft ist kein Faustschlag –
sie ist das feine Zittern
vor der Berührung.
Der Moment,
wo die Welt innehält
und sich entschließt,
weiterzufließen.
Diese Linien tragen
keine Richtung –
sie sind Richtung.
Sie durchweben uns
wie Nachhall im Knochen,
wie Wärme,
die ihre Quelle vergaß.
Vielleicht sind wir
nur Falten
in einem ungeschriebenen Feldgedicht.
Keine Subjekte –
Schwingungsknoten,
Strophen aus reiner
Antwortbereitschaft.
Alles bewegt sich,
weil alles mitspielt.
Nicht gezwungen –
sondern geladen
zum Tanz.
*
Kein Kern.
Keine Burg.
Kein Pfeil, der von mir ausgeht –
nur ein Zittern im Gewebe,
das mich übersteigt.
Ich bin Welle.
Entstanden nicht aus Wahl,
gewachsen aus Widerhall.
Ich trage dich in meinem Gang,
halte nichts,
nicht einmal meinen eigenen Rand.
Aufschwung und Rückzug –
mein ganzes Ich
ein Vorbeigehen,
das in dir weiterschwingt.
Kein Punkt auf der Karte,
Bewegung
im grenzenlosen Feld.
Mein Name?
Ein Hauch im Wind,
kein Besitz,
Nachklang im Spürraum.
Ich entspringe keiner Mitte –
ich quille aus Verbindung.
Nicht Leere,
Verstrickung.
Ich umarme dich nicht.
Ich schwinge mit dir.
Berühre ohne Griff.
Bleibe, indem ich gehe.
Wenn ich vergehe,
bin ich nicht verloren –
zurückgekehrt
in den Ozean,
der keine Namen trägt.
Ich verliere mich nicht.
Ich weite mich.
Welle sein heißt:
Nicht weniger Ich,
mehr Welt.
Eine Gestalt aus Begegnung,
ein Selbst aus tausend
antwortenden Berührungen.
Die Welle besitzt nicht das Meer.
Sie ist das Meer –
für einen Augenblick
in schöner,
vergänglicher Form.